BUG DES MONATS
Bug des Monats
Fehler 404 – das deutsche Gesundheitswesen kommt digital nicht voran. Oder doch? Woran scheitert es? Jeden Monat sprechen wir mit Expert:innen, Entscheidungsträger:innen, Gründer:innen und Investor:innen über ihren ganz persönlichen „Bug des Monats“ – und wie wir diesen beseitigen.
Januar 2025
„Auch kleinere Unternehmen müssen Luft haben, um ihre Entwicklungen voranzutreiben“
Kleinere Gesundheitsunternehmen können durch teure Testate zur Datensicherheit aus dem Markt gedrängt werden, sagt Jonathan Chmiel, Geschäftsführer der biopeak GmbH. Im Interview erklärt er, welche Datenschutzanforderungen er für kleinere Unternehmen für sinnvoll hält, wie Patienten und Personal von Sensormedizin profitieren – und warum der Fokus vieler Gesundheitsunternehmen immer mehr auf den USA und immer weniger auf Europa liegt.
Dezember 2024
„Keine KI der Welt kann Halluzinationen völlig ausschließen“
© Rudi Schroeder
Überzeugend formulierte, aber weitgehend erfundene Resultate einer KI sind gerade in der Medizin ein großes Problem – Halluzinationen lassen sich aber verringern, sagt Florian Schwiecker, Chief Partnership Officer des dänischen KI-Unternehmens Corti. Im Interview erklärt er, was den Einsatz von KI in deutschen Krankenhäusern erschwert, wie KI-basierte Entscheidungsunterstützung in Notrufzentralen in unterschiedlichen Ländern eingesetzt wird – und wie medizinisches Personal auf KI-Vorschläge reagiert, die ihren eigenen Vorstellungen zuwiderlaufen.
November 2024
„Patientinnen und Patienten erfahren häufig nur durch Zufall von einer klinischen Studie, die für sie geeignet ist“
© Dustin Chambers
Für Krebspatient:innen und die allermeisten ärztlichen Kolleg:innen ist es schwer, sich einen Überblick über die aktuelle Studienlage zu verschaffen, sagt Dr. Mridul Agrawal, Geschäftsführer und Mitgründer des Rechercheportals iuvando. Im Interview erklärt er, welche Rolle Algorithmen und KI beim Matching von Krebspatient:innen mit geeigneten Studien spielen, wie die elektronische Patientenakte bei der Suche helfen würde – und wie das Unternehmen die für Patient:innen kostenlose Recherche und Beratung finanziert.
Oktober 2024
„Mein größter Wunsch wäre ein offenes Gespräch zwischen BfArM und den Herstellern“
DiGA-Unternehmen sehen sich oft mit unklaren Sicherheits-anforderungen konfrontiert, kritisiert Adham Kassab, CEO von Selfapy. Im Interview erklärt er, warum er sich einen stärkeren Austausch zwischen dem BfArM und den Herstellern digitaler Gesundheitsanwendungen wünscht, was Selfapy unternimmt, um die Abbrecherquote bei den eigenen DiGAs zu senken – und was das Unternehmen im europäischen Ausland vorhat.
September 2024
„Viel zu viele Patienten profitieren noch nicht von der telekardiologischen Versorgung“
© Asklepios Kliniken
Die G-BA-Vorgaben für das Telemonitoring bei Patientinnen und Patienten mit einer fortgeschrittenen Herzinsuffizienz sollten dringend geändert werden, sagt Dr. Benedikt Simon, Chief Officer Integrated and Digital Care bei den Asklepios Kliniken. Im Interview erklärt er, was sich an den Vorgaben ändern sollte, warum es so wichtig ist, dass Digitalisierung zum „Klebstoff“ zwischen den verschiedenen Versorgungsformen wird – und warum er Bauchschmerzen mit dem DiGA-Konstrukt hat.
Juni 2024
„Das E-Rezept ist der Türöffner für eine beschleunigte Digitalisierung im Gesundheitswesen“
Das E-Rezept hat einen praktischen Wert geschaffen, der die Einführung der nächsten Dienste einfacher machen wird, sagt Dr. Reiner Kern, Group Director Communications and Public Affairs bei der DocMorris AG. Im Interview spricht er über das Card-Link-Verfahren, erklärt, warum der Europäische Gesundheitsdatenraum für Online-Apotheken ein Booster wird – und warum es gut wäre, wenn pharmazeutisches Personal künftig per Telearbeit tätig sein könnte.
Mai 2024
„Die DiPA müsste auch für die stationäre Pflege möglich sein“
Die App des Deep-Tech-Unternehmens Lindera steht kurz davor, als erste Anwendung in das Verzeichnis erstattungsfähiger digitaler Pflegeanwendungen (DiPA) aufgenommen zu werden. Im Interview berichtet Gründerin Diana Heinrichs, welche Probleme das Unternehmen auf dem Weg zur Zertifizierung meistern musste, welche Vorteile eine digitale Bewegungsanalyse hat und warum sie mit der Preisobergrenze für DiPAs leben kann.
April 2024
„Wenn es mit einem sozialen Roboter gelingt, ein Jahr später in ein Pflegeheim zu gehen, ließe sich viel Geld sparen“
Pflegeheime nutzen den sozialen Roboter Navel bereits für die Aktivierung von Bewohnerinnen und Bewohnern. Im Interview erzählt der Gründer von Navel Robotics, Claude Toussaint, wie der Roboter künftig Pflegekräfte entlasten soll, wieso mittelfristig auch ein Mietmodell für pflegende Angehörige geplant ist – und warum die Emotionserkennung von Navel noch datenschutzrechtliche Fragen aufwirft.
März 2024
„In unserem Gesundheitssystem wird leider noch mit Falkplan statt GPS gearbeitet“
© Thomas Raese
Die Möglichkeiten für die Auswertung von Gesundheitsdaten müssten in Deutschland stärker genutzt werden, sagt Jörg A. Hoppe. Er ist Gründer von yeswecan!cer, der größten digitalen Selbhilfegruppe hierzulande. Im Interview erklärt er, warum er die Opt-out-Regelung bei der ePA befürwortet, wie die App von yeswecan!cer Krebserkrankten und ihren Angehörigen hilft und warum die App nun eine Spracherkennung bekommen soll.
Februar 2024
„Es soll eine ,ePA für alle‘ geben – und nicht eine ePA, die schon alles kann“
Kein Unternehmen entwickelt seine Produkte so, dass sie von Anfang an eine 120-Prozent-Lösung bieten, sagt BARMER-CDO Marek Rydzewski mit Blick auf die Kritik an der sogenannten elektronischen Patientenakte für alle, die Anfang kommenden Jahres starten soll. Im Interview erklärt er, warum für die erste Ausbaustufe nicht laufend weitere Funktionen ergänzt werden sollten, wie der Einsatz digitaler Identitäten bei der Krankenkasse angelaufen ist – und wie die BARMER die neuen Möglichkeiten des Gesundheitsdatennutzungsgesetzes für Hinweise an Versicherte nutzen will.
Januar 2024
„Mobile Retter sind in etwa der Hälfte der Notfälle vor dem Rettungsdienst am Einsatzort“
Der Verein Mobile Retter unterstützt Träger des Rettungsdienstes bei der Einführung der Smartphone-basierten Ersthelfer-Alarmierung – und trägt so dazu bei, dass Helfer im Notfall schneller vor Ort sind. Im Interview erklärt Geschäftsführer Dennis Brüntje, wie viel Geld man bräuchte, um Deutschland flächendeckend mit Smartphone-basierten Ersthelfer-Alarmierungssystemen zu versorgen, warum sich hierzulande vor allem etwas beim Thema Schnittstellen ändern müsste – und worauf es generell ankommt, damit eine Smartphone-basierten Ersthelfer-Alarmierung gut funktioniert.
Dezember 2023
„Es ist ein absoluter Wahnsinn, ohne gesicherte Ergebnisqualität so viel Geld auszugeben“
Deutschland steht beim Thema Value-Based Healthcare noch sehr weit am Anfang – es gibt aber derzeit ein Momentum für einen Wandel, sagt Dr. Valerie Kirchberger, Chief Operating Officer und Managing Director beim Digital-Health-Unternehmen Heartbeat Medical. Im Interview erklärt sie, was ihr Hoffnung macht, warum Kliniken und Krankenkassen bei Qualitätsverträgen noch so zurückhaltend sind – und worauf es bei der Ergebnismessung ankommt.
November 2023
„Es wäre gut, wenn es für Kliniken eigene Budgets für Telemonitoring gäbe“
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*Angesichts der Personalknappheit werden Kliniken künftig nicht mehr um Fernüberwachung herumkommen, sagt Stefan Zundel, General Manager Germany beim Remote-Patient-Monitoring-Anbieter Doccla. Im Interview erzählt er, warum Großbritannien bereits viel stärker auf Home Monitoring setzt, warum die Sektortrennung die Fernüberwachung erschwert – und für welche Krankenhäuser das Thema auch heute schon interessant sein könnte.
Oktober 2023
„Der Patient muss seine Informationen auf dem Silbertablett serviert bekommen“
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Um die digitale Gesundheitskompetenz zu verbessern, müssen Gesundheitsanwendungen so gestaltet sein, dass Bürger keine spezifischen Kompetenzen mitbringen müssen, sagt Ansgar Jonietz, Mitgründer und Geschäftsführer des Sozialunternehmens „Was hab’ ich?“. Im Interview erklärt er, warum er nichts von Schulungen zur Gesundheitskompetenz hält, wie Projekte gestaltet sein sollten, die viele Menschen erreichen – und warum er ChatGPT und Co. als Lieferant von Gesundheitsinformationen derzeit noch als gefährlich ansieht.
September 2023
„Aktuell haben wir einen kleinen Hype um Unit-Dose-Systeme“
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Mit einem Unit-Dose-System können Krankenhäuser Fehler beim Stellen von Medikamenten fast vollkommen vermeiden, sagt Dr. Dominic Fenske, Leiter des Zentralen Dienstes Apotheke der Helios Kliniken und Leiter der Krankenhausapotheke des Helios Klinikums Erfurt. Im Interview erklären er und Annika Demuth, Apothekerin und Projektmanagerin eMedikation & Digitalisierung bei Helios, warum in Deutschland bisher dennoch vergleichsweise wenige Kliniken ein solches System einsetzen – und warum sie dem Start des E-Rezepts sorgenvoll entgegensehen.
August 2023
„Es wird immer weniger analoge Nachsorge geben“
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Angesichts des Fachkräftemangels werden sich Rehakliniken auf die Reha konzentrieren – die Nachsorge wird immer stärker digital umgesetzt. Davon ist Max Michels, Gründer und CEO des E-Health-Reha-Unternehmens Caspar Health überzeugt. Im Interview erläutert er, warum durch neue Qualitätsbewertungen der Deutschen Rentenversicherung die Nachsorge immer digitaler werden dürfte und warum ein rein digitales Nachsorgeangebot aus seiner Sicht keine gute Lösung ist.
Juli 2023
„Diese Vielzahl an Akteuren, die mitbestimmen, ist für mich der größte Bug des Systems“
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Entwickler von Digital-Health-Anwendungen müssen darauf achten, dass das Gesundheitssystem auch bezahlbar bleibt, sagt Eckhardt Weber, Managing Partner bei Heal Capital. Sie müssen den gesamten Patientenpfad einberechnen und nicht nur den nächsten Behandlungsschritt, rät der Manager des Wagniskapitalfonds, in den private Krankenversicherer über 100 Millionen Euro investiert haben. Im Interview erklärt er außerdem, wieso weniger Akteure im Gesundheitssystem mitbestimmen sollten und was sich Politik und Unternehmen in Deutschland beim Thema Digital Health von anderen Ländern abschauen können.
Juni 2023
„Die meisten Ärztinnen und Ärzte wollen nicht mehr als 30 Prozent ihrer Behandlungen telemedizinisch machen“
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In Deutschland laufen von allen Arzt-Patienten-Kontakten gesetzlich Versicherter im Primary-Care-Bereich weniger als ein Prozent telemedizinisch ab. Die derzeitige 30-Prozent-Begrenzung für telemedizinische Leistungen hält Max Müller, CEO der Telemedizin-Plattform TeleClinic, dennoch für falsch. Im Interview erklärt er, warum seiner Ansicht nach ein Ende der Deckelung nicht zu einer schlechteren Vor-Ort-Versorgung führt, wie die digitale Identität und das E-Rezept die Telemedizin vorbringen können – und warum der persönliche Arzt-Patienten-Kontakt auch seiner Ansicht nach der Standard in der medizinischen Versorgung bleiben sollte.
Mai 2023
„Die Kommunikation zwischen den Leistungserbringern im Gesundheitswesen muss sich unbedingt ändern“
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Vom Terminal, an dem sich Patient:innen selbst anmelden können, über ein Tool, das Hausbesuche effizienter plant, bis hin zur Telefonanlage in der Cloud: Der Facharzt für Allgemeinmedizin Sami Gaber hat seine Praxis stark digitalisiert und dafür viele Tools zusammen mit seinem Praxisteam selbst entwickelt. Mit seinem Start-up docport unterstützt er nun andere Ärzt:innen bei der digitalen Transformation ihrer Praxen. Im Interview erzählt er, wie ihm die Digitalisierung Zeit spart sowie Ruhe in den Arbeitsalltag aller Beschäftigten gebracht hat – und was sich im ambulanten Bereich grundsätzlich ändern müsste, um die Digitalisierung voranzutreiben.
April 2023
„Medizin ist zu 70 Prozent Jura“
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Personalisierte KI-gestützte Ernährungsberatung per App und individueller Glukosemessung soll Zivilisationskrankheiten heilen. Diese Vision treibt Dominik Burziwoda, Gründer und CEO des Start-ups Perfood an. Mit sinCephalea hat er bereits eine App ins DiGA-Verzeichnis gebracht. Im Interview beschreibt er den oftmals steinigen Weg aus Sicht des Unternehmers.
März 2023
„Wir wollen dirigieren“
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*Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) und 1. Vorsitzender des Verbandes der Universitätsklinika (VUD), spricht im Interview des ATLAS digitale Gesundheitswirtschaft über die Rolle der Universitäts- kliniken, die Digitalisierung des Gesundheitswesens und die Reformpläne des Bundesgesundheitsministers.
Februar 2023
„Detailregeln behindern den digitalen Fortschritt“
Roland Engehausen, Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhaus-gesellschaft (BKG), rät Krankenhäusern dazu, sich mit anderen zu vernetzen, um die digitalen Chancen besser nutzen zu können. Im Interview spricht er über Probleme des Krankenhauszukunftsgesetzes und geht auf eine Initiative für die digitale Zusammenarbeit von Krankenhäusern in Bayern ein.
Januar 2023
„Offenheit gewinnt immer“
Statt Datenkapitalismus Daten als Gemeingüter und öffentlich zugängliche Algorithmen, so sieht das digitale Gesundheitswesen aus Sicht von Bart de Witte aus. Mit seinem Unternehmen HIPPO AI will er KI-Anwendungen auf Basis von Open Source für die Medizin entwickeln. Im Interview erklärt er, wie nachhaltige Geschäftsmodelle aussehen und greift dabei auf seine langjährige Erfahrung beim Tech-Riesen IBM zurück, wo er unter anderem „Watson“ für das Gesundheitswesen mit entwickelt hat.
Dezember 2022
„Der Stopp des Video-Ident-Verfahrens ist der Bug des Sommers“
Ann Hillig, seit 1. Oktober 2022 Vorständin der IKK gesund plus, spricht im Interview des ATLAS digitale Gesundheitswirtschaft über das größte Digitalisierungsärgernis der vergangenen Monate: Das Verbot durch die Gematik, Versicherte für die Nutzung der ePA per Video-Ident-Verfahren zu identifizieren. Warum geht bei Banken, was bei Krankenkassen verboten ist, fragt sie, und fordert, dass die ePA nutzerfreundlicher wird. Sie spricht sich ferner dafür aus, Daten von Krankenkassen für die Forschung zu nutzen. Die IKK gesund plus hat bundesweit ca. 450.000 Versicherte und ihren regionalen Schwerpunkt in Sachsen-Anhalt und Bremen.
November 2022
„**Die Menschen sollen eigenverantwortlich handeln können“

Datenschutz und gesetzliche Vorgaben dürfen Digitalisierung und Forschung nicht hemmen, sei es bei der Gendiagnostik oder der Nutzung von Daten aus Wearables in der Medizin, fordert Prof. Dr. Sylvia Thun im Oktober-Interview zum „Bug des Monats“ des ATLAS Digitale Gesundheitswirtschaft. Die Medizinerin und Ingenieurin lobt hingegen, dass das deutsche Gesundheitswesen einen Neustart gewagt habe, indem es auf internationale Standards setze bei der Erfassung und beim Austausch von Daten.