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Warum DiGAs selten verschrieben werden

Eine im Jahr 2024 durchgeführte Befragung deutscher Ärzte zeigt die Hauptgründe für ihre Zurückhaltung bei der Verschreibung von DiGAs auf.

DiGAs in Deutschland

Im Jahr 2019 wurden in Deutschland verschreibungspflichtige digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs) eingeführt. Seitdem prüft das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ihre Sicherheit und Wirksamkeit, bevor sie in das sogenannte DiGA-Verzeichnis aufgenommen werden. Die Kosten können anschließend über die gesetzliche Krankenkasse abgerechnet werden. Im Januar 2025 umfasste das Verzeichnis 68 Anwendungen [1].

Ärzte spielen eine zentrale Rolle für die Akzeptanz und den langfristigen Erfolg von DiGAs – sowohl im Verschreibungsprozess als auch aufgrund des Vertrauens, das Patienten ihnen entgegenbringen [2]. Doch wie stehen die Ärzte zu diesen Anwendungen, und warum werden sie bislang so selten verschrieben?

Hauptbarrieren bei der Nutzung von DiGAs

Cirkel, Lechner, Schlicker et al. (2024) untersuchten die Nutzung von DiGAs aus der Perspektive der Ärzte genauer. Dafür wurden insgesamt 100 Ärzte auf dem jährlichen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin befragt [3].

Die Ergebnisse verdeutlichen eine Diskrepanz zwischen der positiven Einschätzung der Ärzte hinsichtlich des Potenzials von DiGAs und ihrer tatsächlichen Verschreibung. Während 92 Prozent der Befragten überzeugt sind, dass DiGAs die Patientenversorgung verbessern können, haben lediglich 32 Prozent bereits eine solche Anwendung verschrieben.

Abbildung 1: Die größten Hindernisse bei der Verschreibung von DiGAs aus Sicht der Ärzteschaft

Die häufigsten Hindernisse bei der Verschreibung von DiGAs (siehe Abbildung) waren mangelndes Wissen über die Anwendungen (60 %), unzureichende Zeit zur Einführung der Patienten (27 %) sowie Zweifel an der Therapietreue der Patienten (21 %).

Potenzial von DiGAs in der Inneren Medizin

Die Behandlung chronischer Erkrankungen geht mit erheblichen Gesundheitskosten einher [4]. Obwohl die Vorteile von Lebensstilinterventionen für chronische Erkrankungen gut belegt sind [5], bleibt die Behandlung oft medikamentenzentriert. DiGAs bieten ein vielversprechendes Instrument, um die Selbstmanagementfähigkeiten der Patienten zu stärken und das Potenzial von Lebensstilinterventionen als Ergänzung zu herkömmlichen Therapien voll auszuschöpfen.

Fazit

Obwohl die Mehrheit der befragten Ärzte davon überzeugt ist, dass DiGAs die Patientenversorgung verbessern können, haben bisher nur etwa ein Drittel von ihnen DiGAs tatsächlich verschrieben. Als eines der Hauptprobleme wird ein Mangel an Wissen genannt – eine Hürde, die durch Informationsbereitstellung wirksam überwunden werden könnte.

Quellen

  1. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), editors. DiGAVerzeichnis. Verfügbar unter: http://web.archive.org/web/20250104050143/https://diga.bfarm.de/de/verzeichnis. Stand: 08.01.2024.
  2. Dahlhausen F, Zinner M, Bieske L, Ehlers JP, Boehme P & Fehring L. There’s an app for that, but nobody’s using it: Insights on improving patient access and adherence to digital therapeutics in Germany. Digital Health. 2022: 8. DOI: 10.1177/20552076221104672
  3. Cirkel L, Lechner F, Schlicker N, et al. Adoption and perception of prescribable digital health applications (DiGA) and the advancing digitalization among German internal medicine physicians: a cross-sectional survey study. BMC Health Serv Res. 2024;24:1353. doi:10.1186/s12913-024-11807-1.
  4. Martin S, Phillips J, Robert L, Petterson S, Levin Z, Bazemore AW. Primary care spending in the United States, 2002-2016. JAMA Intern Med. 2020;180(7):1019–1020. doi:10.1001/jamainternmed.2020.1360.
  5. Rozanski A, Blumenthal JA, Hinderliter AL, Cole S, Lavie CJ. Cardiology and lifestyle medicine. Prog Cardiovasc Dis. 2023;77:4–13. doi:10.1016/j.pcad.2023.04.004.

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