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Drei Erfolgsmechanismen für die Implementierung digitaler Fernversorgung

Die digitale Fernversorgung schafft neue Möglichkeiten für eine effiziente und ortsunabhängige Patientenversorgung. Welche Mechanismen sichern eine erfolgreiche und nachhaltige Implementierung digitaler Fernversorgung?

Digitale Innovationen sind entscheidend, um dem steigenden Ressourcenverbrauch im Krankenhaussektor zu begegnen und den wachsenden Ansprüchen der Patienten an die Gesundheitsversorgung gerecht zu werden [1,2]. Immer mehr Patienten erwarten komfortable und patientenorientierte Gesundheitsdienstleistungen [3]. Die digitale Fernversorgung (DRC) bietet hier eine vielversprechende Lösung. Sie verlagert die Versorgung aus stationären Einrichtungen in den Alltag der Patienten und entlastet so die Krankenhäuser [4,5]. Mithilfe digitaler Kommunikations- und Monitoringtechnologien kann eine kontinuierliche Fernversorgung der Patienten sichergestellt werden. Dies steigert die Effizienz und erhöht die Patientenzufriedenheit [6]. Für eine erfolgreiche und nahtlose Implementierung sind jedoch nicht nur technologische Neuerungen, sondern auch umfassende organisatorische Anpassungen ausschlaggebend [7].

Innovation, Organisation und Technik als Grundpfeiler der digitalen Fernversorgung

Eine Studie aus 2023 von Ajer und Øvrelid [5] analysiert, wie digitale Fernversorgung in komplexe Infrastrukturen des Gesundheitswesens integriert werden kann. Die Autoren untersuchten 72 DRC-Initiativen in neun norwegischen Gesundheitsorganisationen anhand von Interviews und Dokumentenanalysen und identifizierten dabei drei zentrale Erfolgsmechanismen.

  1. Idealistisches Unternehmertum treibt Innovation voran

Im Zentrum vieler erfolgreicher DRC-Initiativen stehen engagierte Mediziner. Sie treiben aus eigener Initiative innovative digitale Lösungen voran und gehen dabei über ihre regulären Arbeitsverpflichtungen hinaus. Ihr Enthusiasmus und ihre Vision, die Gesundheitsversorgung durch digitale Technologien zu verbessern, bilden die treibende Kraft vieler Projekte.

  1. Organisatorische Verankerung sichert Unterstützung

Die erfolgreiche Umsetzung von DRC-Lösungen erfordert eine starke organisatorische Basis. Diese zeigt sich in der aktiven Unterstützung durch das Krankenhausmanagement, der Bereitstellung finanzieller Ressourcen sowie im Aufbau geeigneter Strukturen. Ist ein hohes Maß an Engagement seitens des Managements vorhanden, gelingt die Integration von DRC deutlich besser. Ohne diese Grundlage scheitern vielversprechende Ansätze oft an mangelnder organisatorischer Unterstützung.

  1. Remote-Infrastruktur gewährleistet Nachhaltigkeit

Eine nahtlose Integration digitaler Fernversorgung in bestehende Systeme ist wesentlich, um reibungslose Abläufe zu gewährleisten. Gelingt dies nicht, entstehen Doppelarbeit und technische Hürden, die zu Ineffizienzen führen. Daher ist die Entwicklung einer flexiblen und kompatiblen Infrastruktur für die Fernversorgung entscheidend für den Erfolg digitaler Innovationen im Gesundheitswesen.

Schlussfolgerung

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass erfolgreiche Initiativen sowohl eine gute Anbindung an die technische Infrastruktur der Organisation, aber auch ein klares Commitment des Managements für die engagierten Ärzte erfordern. Besonders in Deutschland, wo der demografische Wandel und der Fachkräftemangel das Gesundheitssystem vor Herausforderungen stellen, bietet die digitale Fernversorgung großes Potenzial für eine effizientere, flexiblere und zugleich patientenorientierte Versorgung. Für das Management ist es bei der Einführung solcher Technologien entscheidend, Mediziner und IT-Experten frühzeitig einzubinden, geeignete Organisationsstrukturen zu schaffen und Personal zu schulen. So lassen sich sowohl die eigenen als auch die Erwartungen von Health Professionals wie auch der Organisation an den Nutzen der Innovation erfüllen [8]. Anpassungen von Arbeitsabläufen und ein konsequenter Fokus auf Datenschutz sind weitere Faktoren für eine erfolgreiche Umsetzung [9]. Zusammenfassend steigert die digitale Fernversorgung die Effizienz und Qualität nachhaltig – vorausgesetzt, ihre Einführung folgt einer klaren Strategie.

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Quellen

[1] Stoumpos A I, Kitsios F, Talias M A. Digital Transformation in Healthcare: Technology Acceptance and Its Applications*.* International Journal of Environmental Research and Public Health. 2023; 20(4): 3407. DOI: 10.3390/ijerph20043407.

[2] Vogel J, Hollenbach J, *Haering A, et al.The association of hospital profitability and digital maturity–An explorative study using data from the German DigitalRadar project.*Health Policy. 2024; 142: 105012. DOI: 10.1016/j.healthpol.2024.105012.

[3] Brickley B, Williams LT, Morgan M. et al. Patient-centred care delivered by general practitioners: a qualitative investigation of the experiences and perceptions of patients and providers. BMJ Quality & Safety. 2022; 31: 191-198. DOI: 10.1136/bmjqs-2020-011236.

[4] Bokolo A. Use of Telemedicine and Virtual Care for Remote Treatment in Response to COVID-19 Pandemic. Journal of Medical Systems. 2020; 44(7):132. DOI: 10.1007/s10916-020-01596-5.

[5] Ajer A; Øvrelid E. Integrating Digital Innovation Mechanisms in Digital Infrastructures: The Case of Digital Remote Care. Health Services Insights. 2023; 16: DOI: 10.1177/11786329231200704.

[6] Leo D, Buckley B, Chowdhury M, et al. Interactive Remote Patient Monitoring Devices for Managing Chronic Health Conditions: Systematic Review and Meta-analysis. Journal of Medical Internet Research. 2022; 24(11):e35508. DOI: 10.2196/35508.

[7] Cannavacciuolo L, Capaldo G, Ponsiglione C. Digital innovation and organizational changes in the healthcare sector: Multiple case studies of telemedicine project implementation. Technovation. 2024; 120:102550. DOI: 10.1016/j.technovation.2022.102550.

[8] Alami H, Gagnon MP, Wootton R, et al. Exploring factors associated with the uneven utilization of telemedicine in Norway: a mixed methods study. BMC Medical Informatics and Decision Making. 2017; 17(1):180. DOI: 10.1186/s12911-017-0576-4.

[9] Kruse SC, Karem P, Shifflett K, et al. Evaluating barriers to adopting telemedicine worldwide: A systematic review. Journal of Telemedicine and Telecare. 2018; 24(1):4-12. DOI: 10.1177/1357633X16674087.

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