Der ATLAS stellt vor: Das Förderprojekt ParkProReakt
Steckbrief

Proaktive statt reaktive Symptomerkennung bei Parkinson-Patientinnen und Patienten
Ziel
Die Behandlung von Parkinson-Patientinnen und -Patienten ist komplex, doch findet eine Betreuung oft nur einmal pro Quartal statt, manchmal sogar noch seltener, da der Weg zum Arzt für viele Patientinnen und Patienten eine Herausforderung ist. Digitale Lösungen können hier eine integriertere Versorgung ermöglichen. Im Rahmen des Projekts wird eine digitale Plattform etabliert, um die Versorgung von Patientinnen und Patienten und deren Angehörigen zu verbessern, indem der Informationsaustausch zwischen Patientinnen und Patienten und behandelndem Team gestärkt, die Selbsthilfe unterstützt und ein Langzeit-Monitoring ermöglicht wird. Zusätzlich werden sogenannte
Wearables
eingesetzt, um Daten zu sammeln, den Krankheitsverlauf zu protokollieren und die Behandlung individuell anzupassen. Ein wesentliches Ziel ist es, frühzeitig und proaktiv Symptomänderungen im Krankheitsverlauf zu erkennen, den Patientinnen und Patienten Handlungsstrategien an die Hand zu geben und somit den Krankheitsverlauf günstig zu beeinflussen.
Das Projekt analysiert, ob die Plattform dazu beitragen kann, die Lebensqualität Parkinson-Erkrankter zu erhöhen, und ob sich u. a. die Inanspruchnahme gesundheitlicher Leistungen, die Zahl von Krankenhausaufenthalten sowie ein Eintritt der Pflegebedürftigkeit verändert. Dazu vergleichen die Forschenden Patientinnen und Patienten in der
Intervention
mit Patientinnen und Patienten aus der Regelversorgung, untersuchen die Belastung der Angehörigen und die Akzeptanz der digitalen Plattform.
Im Erfolgsfall dienen die Erkenntnisse des Projekts dazu, die Versorgung von Parkinson-Patientinnen und -Patienten in Deutschland zu verbessern. Langfristig können die Ergebnisse der digital unterstützten Behandlung anderer chronischer Erkrankungen den Weg ebnen.
Beteiligte
Konsortialführung:
Philipps-Universität Marburg
Konsortium:
Fraunhofer FIT, Sankt Augustin
MVB Telemed GmbH, Koblenz
Justus-Liebig-Universität Gießen
Praxis für Neurologie und Psychiatrie Hamburg Walddörfer
Techniker Krankenkasse, Hamburg
Technische Hochschule Mittelhessen, Gießen
Universität zu Köln
Universität zu Lübeck
Förderung
Das Projekt wird durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) gefördert.
Laufzeit
01.11.2021 – 31.10.2024