Der ATLAS präsentiert: Projekt INA In-Vitro-Nachweis Arzneimittelallergie
Steckbrief

In-Vitro-Nachweis Arzneimittelallergie
Ziel
Hinweis: Dieses Projekt ist abgeschlossen.
Arzneimittelallergien sind eine besonders relevante Allergieform, deren Häufigkeit durch den demographischen Wandel weiter zunehmen wird. Die diagnostischen Möglichkeiten von Arzneimittelallergien sind begrenzt. Ein prinzipieller Vorteil von In-Vitro-(„im Reagenzglas“) Methoden ist es, dass sie für den Patienten ungefährlich sind (nur Blutabnahme) und einfacher mehrere in Frage kommenden Auslöser testen können. Übergeordnetes Ziel des Projektes ist es, durch Nutzung moderner, innovativer Methoden, ein für den Routineeinsatz geeignetes Testverfahren für den In-Vitro-Nachweis einer Arzneimittelallergie zu entwickeln und zu validieren.
Dafür wird die differenzielle Gen- und Proteinexpression der Zielzellen allergischer Patienten nach In-Vitro-Stimulation mit dem Arzneimittel analysiert. Die wesentlichen Arbeitsschritte des Projektes
sind:
1) die Rekrutierung von Patienten mit gesicherter Arzneimittelallergie und Kontrollpersonen ohne
Allergie gegen das betreffende Arzneimittel
2) die Isolierung der peripheren mononukleären Zellen (PBMC) der Patienten und Kontrollen und
Koinkubation der PBMC mit dem angeschuldigten Arzneimittel sowie die Isolierung ihrer RNA
3) die genom- und proteomweite Analyse der differenziellen Gen und Proteinexpression
4) die Identifikation geeigneter Ziel-Gene und/oder deren Transkriptionsprodukte als Read-out Parameter
Am Ende des Forschungsprojektes soll ein Protokoll etabliert sein, das die Methodik und Materialien
zum In-Vitro-Nachweis einer Arzneimittelallergie für die breite Anwendung festlegt. Weiterhin soll
der Produkt-Prototyp für die breite Anwendung angefertigt werden. Dieser basiert in Abhängigkeit
der Ergebnisse auf der Gen- oder Proteinexpression.
Das Testsystem kann bei erfolgreichem Verlauf die aktuelle Diagnostik von Arzneimittelallergien
vereinfachen und die Patientensicherheit erhöhen. In der Folge können die negativen medizinischen
und wirtschaftlichen Auswirkungen (Kosten), die mit dem zurzeit noch schwierigen Nachweis von
Arzneimitteallergienen verbundenen sind, reduziert werden.
Beteiligte
Projektleitung:
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Bonn
Partner:
Uniklinikum Aachen, Klinik für Dermatologie und Allergologie
Life & Brain GmbH, Bonn
Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften – ISAS e.V., Dortmund
Förderung
Gefördert wird dieses Vorhaben aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und des Landes NRW (Leitmarkt) sowie Eigenmittel der beteiligten Partner.
Laufzeit
01.01.2020 - 31.12.2022