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Menstruationszyklus, Produktivität und digitale Gesundheitsapps

Querschnittstudie

Menstruationsbedingte Symptome können die Produktivität am Arbeitsplatz beeinträchtigen. Wie können digitale Gesundheitsapps dabei helfen?

Die monatliche Regelblutung löst bei vielen Menstruierenden zahlreiche Beschwerden, wie Krämpfe, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall aus (1). Veränderungen des Menstruationszyklus können aufgrund von Schwangerschaft, Verwendung von Verhütungsmitteln, Stress, körperlicher Aktivität oder gesundheitlichen Problemen auftreten (2). Menstruationsbedingte Beschwerden sind unter den häufigsten Gründen für das Aufsuchen gynäkologischer Praxen und führen zu Produktivitätsverlusten und mehr Fehlzeiten (1, 3).

Apps zum Monitoring des Spontanzyklus gehören zu den weit verbreitetsten Gesundheitsapps auf dem Markt. Sogenannte Zyklus-Apps (auch: Fertility-Apps) werden als Menstruationskalender oder auch zur Unterstützung der Familienplanung genutzt (4).

Apps bieten KI-gestützte Prognosen des Zyklus und personalisierte Inhalte zu Symptomen

Mit Hilfe einer quantitativen Befragung untersuchen Ponzo et al. (2022) die Auswirkungen des Menstruationszyklus auf die Produktivität und Fehlzeiten am Arbeitsplatz, Hilfsangebote von Arbeitgeber:innen, und wie die Flo Health App zur Milderung der Herausforderungen unterstützen kann (5).

Abb. Studie auf einen Blick

Flo Health ist eine mobile Anwendung zur Dokumentation des Menstruationszyklus und damit verbundener Symptome und unterstützt bei dem Austausch mit Gesundheitsdienstleistern. Die App erstellt KI-gestützte Prognosen des Zyklus sowie personalisierte Inhalte und bietet einen Gesundheitsassistenten zur Überprüfung von Symptomen und Erkrankungen (5).

Betroffene wünschen sich zusätzliche Leistungen von Arbeitgeber:innen

Zu Beginn der Untersuchung berichtete etwa die Hälfte der Befragten von Fehlzeiten bei der Arbeit wegen menstruationsbedingter Beschwerden in den letzten 12 Monaten. Mehr als 70% berichteten darüber hinaus von Produktivitätsbeeinträchtigungen am Arbeitsplatz in Form von negativen Auswirkungen auf ihre Konzentration, ihr Energieniveau, ihre Stimmung, ihre Effizienz und ihr Interesse an der eigenen Arbeit. Nahezu die Hälfte konnte mit Vorgesetzten nicht frei über Herausforderungen im Zusammenhang mit ihrem Menstruationszyklus sprechen und erhielten keinerlei Form von unterstützenden Angeboten für menstruationsbedingte Herausforderungen (5).

Digitale Tools könnten Gespräche über Menstruationsgesundheit erleichtern

Die Nutzung der *Flo Health*App verbesserte bei der Mehrheit der Befragten das Körperbewusstsein, den eigenen Umgang mit Menstruationssymptomen, die Offenheit zur Kommunikation mit anderen (bezüglich Menstruationsthemen), sowie das Maß an wahrgenommener Unterstützung. Hierbei wurden die Vorhersage der Periode und Ovulation, die Dokumentation der Symptome sowie Chats mit dem Gesundheitsassistenten am nützlichsten empfunden (5).

Studienteilnehmer:innen, welche die App als hilfreich empfanden, berichteten seltener von negativen Auswirkungen ihrer Beschwerden auf ihre Arbeitsproduktivität und waren seltener arbeitsunfähig. Zur Untersuchung der direkten Auswirkungen sind jedoch weitere Studien, auch zum Vergleich zwischen Nutzerinnen und Nicht-Nutzerinnen notwendig. Insgesamt könnten digitale Tools dazu beitragen, Gespräche über die Menstruationsgesundheit am Arbeitsplatz zu erleichtern und die Gesundheitskompetenz der Belegschaft zu erhöhen, wenn sie von systemischen Veränderungen begleitet werden. Das können zum Beispiel flexible Arbeitszeitmodelle sein, die Arbeitnehmer:innen ermöglichen, ihre Arbeitsbelastung entsprechend zu verteilen (5). Manager:innen sollten sich für das Thema Menstruationsgesundheit am Arbeitsplatz sensibilisieren und durch eine offene Gesprächskultur nach geeigneten Lösungen mit ihren Mitarbeitenden suchen.

Fazit:**Beschwerden im Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus haben einen starken Einfluss auf die Arbeitsproduktivität, wobei Betroffene häufig nur unzureichende Unterstützung erhalten. Digitale Gesundheitsapps können als Lösungsansatz das Körperbewusstsein und Symptommanagement von Menstruationsbeschwerden verbessern und die Diskussion über Menstruationsgesundheit am Arbeitsplatz fördern, was die Gesundheitskompetenz aller Arbeitnehmer erhöhen kann.

Quellen

  1. Robert Koch-Institut. Gesundheitliche Lage der Frauen in Deutschland. . Gesundheitsberichterstattung des Bundes Gemeinsam getragen von RKI und Destatis [Internet]. 2020. zur Publikation
  2. United Nations Population Fund. Menstruation and human rights. Frequently asked questions [Internet]. 2022.
  3. Schoep et al. Productivity loss due to menstruation-related symptoms: a nationwide cross-sectional survey among 32 7488 women. BMJ Open. 2019;9(e026186). zur Publikation
  4. Frank-Herrmann et al. Zyklus-Apps: Zur Verhütung, zum Kinderwunsch oder doch nur Menstruationskalender. J Gynaköl Endokrinol. 2021;31:19-24. zur Publikation
  5. Ponzo et al. Menstrual cycle-associated symptoms and workplace productivity in US employees: A cross-sectional survey of users of the Flo mobile phone app. Digital Health. 2022;8:1-12. zur Publikation

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