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title: "Smarte Ringe – der Markt der Wearables wächst"
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date: "2021-11-19"
section: "Review-Artikel"
categories: ["IoMT", "Medizintechnik", "mHealth", "personalisierte Medizin", "Sensorik"]
author: "Lisa Korte"
reading_time: "7 Min."
description: "Inwiefern bieten smarte Ringe Unternehmen auf dem Wearable-Markt im Vergleich zu anderen Geräten einen Mehrwert und welche Vor- und Nachteile ergeben sich?"
publisher: "Lehrstuhl für Management und Innovation im Gesundheitswesen, Universität Witten/Herdecke"
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# Smarte Ringe – der Markt der Wearables wächst

*19.11.2021 · Review-Artikel · Von Lisa Korte*

Smarte Ringe

Wearables sind für viele Menschen ein fester Bestandteil im Alltag. Im Kontext des steigenden Interesses an Fitness- und Gesundheits-Tracking leisten insbesondere Smartwatches einen Beitrag zum Wachstum des europäischen Wearable-Marktes. Zu Jahresbeginn 2021 wurden insgesamt 22 Millionen Wearables ausgeliefert – im Vergleich zum Vorjahr eine Zunahme von 35 Prozent. Unternehmen wie Apple haben sich mit ihren Geräten gute Positionen geschaffen: Während der Marktanteil 2020 noch bei 30 Prozent lag, waren es 2021 bereits fast 36 Prozent. Für die nächsten Jahre wird ein Marktwachstum von 13 Prozent geschätzt (1). Auch konkret in Deutschland stiegen Verkauf und Umsatz von Wearables innerhalb eines Jahres stark an: Mit 6,8 Millionen wurden 2020 22 Prozent mehr verkauft als 2019, ein Umsatz-Anstieg von 20 Prozent auf rund 1,1, Milliarden Euro (2). Trotz des bestehenden Erfolgs von Smartwatches setzen Unternehmen auf weitere innovative Wearables wie beispielsweise einen intelligenten Ring. Inwiefern bieten smarte Ringe Unternehmen auf dem Wearable-Markt im Vergleich zu anderen Geräten einen Mehrwert und welche Vor- und Nachteile ergeben sich?

### **Technische Umbrüche formen neue Geräte**

Bauteile für elektronische Geräte werden immer kleiner. Folglich können auch kleinere Geräte hergestellt werden. Der smarte Ring als Wearable ist eines davon. Bewegungssensoren im Inneren messen ähnlich wie bei Smartwatches Bewegungen oder tracken den Schlaf der Person, die den Ring trägt (3). Die fortschrittliche Sensortechnologie und Ausstattung mit NFC-Chips ermöglicht eine Verknüpfung mit dem Smartphone. Aufgrund des minimalistischen Designs – im Vergleich zur Smartwatch ohne Display – können personalisierte Gesundheitsdaten wie Herzfrequenz und Hauttemperatur hier lediglich per App abgerufen werden (4-6). Hierin liegt wiederum auch der USP von intelligenten Ringen: Die Größe ist dezent, bietet Bequemlichkeit und ist damit eine elegante Alternative zu Smartwatches oder Fitnessarmbändern (7). Auch wenn der Ursprung smarter Ringe historisch betrachtet bereits bei Abakus-Ringen aus dem 17. Jahrhundert liegt, entwickelte sich der Markt heutiger smarter Ringe erst in den letzten Jahren (8). Anbieter fokussieren verschiedene Funktionen, weshalb der Markt schwierig zu differenzieren ist. Bekannte smarte Ringe sind Oura und Motiv (4, 9).

### **Vielseitig und kompakt zugleich**

Smarte Ringe sind für Hersteller interessant, weil sie im Gegensatz zu bildschirmgestützten Wearables mit einer einfacheren technischen Infrastruktur ausgestattet sind. Die kompakten Geräte benötigen nur eine kleine Batterie und haben einen geringen Stromverbrauch mit langer Akkulaufzeit (7, 8). Die Mobilität und drahtlose Kommunikation mit verschiedenen Geräten machen smarte Ringe zu einer Benutzeroberfläche für verschiedene kontaktlose Interaktionen – beispielsweise im Kontext des Bezahlens oder des Zugangs zum Arbeitsplatz und entsprechenden Unterlagen über einen PC in den eigenen vier Wänden. So kann eine Verbindung mit Anwendungen außerhalb des Gesundheits-Trackings stattfinden und die Ringe werden attraktiv für eine potenziell weitreichende, heterogene Kundengruppe (3, 7). Zwar versprechen Smartwatches mehr Präzision bei der Messung von Bewegungen, weil die smarten Ringe durch die hohe Aktivität von Fingern und Daumen nicht alle Gesten konkret zuordnen können. Eine Mindestgenauigkeit von 92 Prozent wird jedoch beiden Geräten zugesprochen. Ein Potenzial der Ringe bleibt demnach bestehen, zumal sie insbesondere bei der Schlafüberwachung die bequemere Alternative darstellen (3, 5-7).

### **Zunahme des Wearable-Wettbewerbs**

Innovative Wearables wie intelligente Ringe vergrößern auf der einen Seite den Markt. Funktionen außerhalb des Gesundheits-Trackings, beispielsweise kontaktloses Bezahlen, bieten vor dem Hintergrund der diskreten Größe auch Unternehmen außerhalb des Wearable-Marktes neue Chancen, noch mehr Kunden anzusprechen (7). Darüber hinaus bietet ein smarter Ring im gesundheitlichen Kontext Anwendungsmöglichkeiten für spezielle Zielgruppen oder Krankheiten: Die Messung von Pulsschwankungen und Temperatur durch ein solch kleines Gerät kann beispielsweise in Verbindung mit künstlicher Intelligenz auf COVID-Symptome hinweisen und eine Diagnostik innerhalb von 24 Stunden ermöglichen (10). Auf der anderen Seite können bestehende erfolgreiche Produkte wie Smartwatches durch smarte Ringe substituiert werden. In der Folge schränken Unternehmen, die mit Smartwatches zunehmend Gewinne erzielen, ihren Erfolg ein, weil sie ihre eigenen Produkte in den Schatten rücken. Neue, junge Unternehmen haben wiederum eine gute Ausgangsposition, um sich mit smarten Ringen auf dem Markt zu etablieren. Wettbewerb und Konkurrenz können dementsprechend langfristig zur Preissenkung bestehender smarter Wearables führen, aber sind zugleich Treiber für Innovation und Optimierung der Geräte. Gegenüber Smartwatches sind die Materialkosten für das kleine Gerät mit einfacher Infrastruktur vermutlich geringer. Ähnliche Funktionen rechtfertigen dennoch ähnliche Verkaufspreise, die sich bei den meisten Produkten zwischen 100 und 300 Euro pro Stück bewegen (3, 5).

### **Fazit**

Noch sind smarte Ringe nicht so bekannt und etabliert wie beispielsweise Smartwatches. Im Vergleich zu diesen besteht zudem eine geringere Präzision. Die Weiterentwicklung der Geräte und umfassende Evaluationen in Hinblick auf die Nutzung im Alltag sind folglich noch ausstehend (5, 6), für Medtech-Unternehmen in Deutschland jedoch sinnvoll. Insbesondere bei bereits bestehenden Produkten haben sie einen guten Ausgangspunkt und können ihre Position durch das Angebot smarter Ringe stärken und ihren Umsatz steigern, wie es sich durch Smartwatches bereits bewährt hat. Gleichzeitig muss das Risiko einer Konkurrenz für eigene etablierte Wearables bedacht werden. Kleinere, junge Unternehmen haben hingegen die Chance, mit smarten Ringen neu in den Markt einzusteigen – die vielfältigen Funktionen des kompakten Gerätes eröffnen den Zugang zu weiteren Zielgruppen. Denkbar ist auch eine Kombination mit anderen Wearables, sodass z. B. die Funktionen von smarten Ringen und Smartwatches verbunden werden oder sich ergänzen. Für spezielle Zielgruppen bietet sich schließlich eine spezifische Gestaltung mit gezielten Features an, beispielsweise in Hinblick auf chronische Krankheiten oder COVID-Testung (10, 11).

Quellen

1. Fischer K. Europa im 1. Quartal 2021. Wearables-Markt wächst dank Smartwatches und Earwear Zürich: Netzmedien AG; 2021.
2. GmbH BBP. Wachstumsmarkt Wearables: Erstmals über eine Milliarde Euro Umsatz 2021. [zum Original](https://www.ce-markt.de/2021/04/30/wachstumsmarkt-wearables-mit-zweistelligen-zuwachsraten/)
3. Kurz M, Gstoettner R, Sonnleitner E. Smart Rings vs. Smartwatches: Utilizing Motion Sensors for Gesture Recognition. Applied Sciences. 2021;11(5):2015. [zum Original](https://doi.org/10.3390/app11052015)
4. Ōura Health Oy. Know why you feel how you feel 2021. [zum Original](https://ouraring.com/?g_network=g&g_adid=529302321973&g_keyword=oura%20health&utm_campaign=G_SEM_Brand-NonENG_Intent_DE&g_adtype=search&g_adgroupid=127847381710&g_keywordid=kwd-1234647252465&g_acctid=553-919-5922&g_campaign=G_SEM_Brand-NonENG_Intent_DE&g_campaignid=13619233667&utm_medium=cpc&utm_source=google&gclid=CjwKCAiAs92MBhAXEiwAXTi25x78DhbI1QVvsaOx_3TaZhJyVdaFR2dTLxV9C2LowSfM88O6MO5FZhoCFwAQAvD_BwE)
5. Asgari Mehrabadi M, Azimi I, Sarhaddi F, Axelin A, Niela-Vilén H, Myllyntausta S, et al. Sleep Tracking of a Commercially Available Smart Ring and Smartwatch Against Medical-Grade Actigraphy in Everyday Settings: Instrument Validation Study. JMIR Mhealth Uhealth. 2020;8(10):e20465. [zum Original](https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33038869/)
6. Ummel JD, Hoilett OS, Walters BD, Bluhm NDP, Pickering AS, Wilson DA, et al. Kick Ring LL: A Multi-Sensor Ring Capturing Respiration, Electrocardiogram, Oxygen Saturation, and Skin Temperature(1). Annu Int Conf IEEE Eng Med Biol Soc. 2020;2020:4394-7. [zum Original](http://doi.org/10.1109/embc44109.2020.9176654)
7. Nurmimaki M. What Are Smart Rings? How Do They Work? 2021. [zum Original](https://www.smartringnews.com/posts/what-are-smart-rings-how-do-they-work)
8. Ometov A, Shubina V, Klus L, Skibińska J, Saafi S, Pascacio P, et al. A Survey on Wearable Technology: History, State-of-the-Art and Current Challenges. Computer Networks. 2021;193:108074. [zum Original](https://doi.org/10.1016/j.comnet.2021.108074)
9. Motiv. 24/7 WEAR. FITNESS. APP INTEGRATION. Motiv Ring 2021. [zum Original](https://www.mymotiv.com/)
10. Poongodi M, Hamdi M, Malviya M, Sharma A, Dhiman G, Vimal S. Diagnosis and combating COVID-19 using wearable Oura smart ring with deep learning methods. Personal and Ubiquitous Computing. 2021. [zum Original](http://doi.org/10.1007/s00779-021-01541-4)
11. Kourtis LC, Regele OB, Wright JM, Jones GB. Digital biomarkers for Alzheimer’s disease: the mobile/wearable devices opportunity. npj Digital Medicine. 2019;2(1):9. [zum Original](http://doi.org/10.1038/s41746-019-0084-2)





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